dr hasenbaer Preis für kreative Lösungen 2011

Psychoanalyse – Spiele – Rätsel

Der dr hasenbaer-Preis für kreative Lösungen wird erstmalig für das Jahr 2011 verliehen. Er soll in Zukunft jährlich von der Stiftung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung für eine kreative Arbeit vergeben werden.  
Er ist materiell mit EUR 1000 ausgestattet, wird auf einer DPV-Tagung verliehen und dort vorgestellt. Die Auswahl von PreisträgerIn oder PreisträgerInnen obliegt einer unabhängigen Jury.  

I Ziele

Die Stiftung der DPV will mit dem dr hasenbaer Preis die (Kultur der) Psychoanalyse auf kreative und originelle Weise fördern und sie nach innen und aussen vermitteln:

  • nach innen (Psychoanalyse, DPV, IPA) mit Lust, Humor, Überraschung erklären, verbinden, kritisieren, differenzieren und menschlich-kollegial bereichern,
  • nach aussen (Umgebung, Gesellschaft) Psychoanalyse vernetzen, verständlich machen, für sie werben mit Humor, Originalität,  Anspruch, um nicht nur das wissenschaftliche Publizieren, sondern auch das kreative, spielerische, hintergründige, abgründige Potential der Psychoanalyse zu fördern und seine Nutzung zu würdigen.

II Voraussetzungen von Bewerbung und Vorschlag

Es können Psychoanalytiker und Nicht-Psychoanalytiker als Kandidaten für den Preis vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. 
Interessenten können Arbeiten, Ideen und Werkstücke einreichen, die eine gewisse Form erreicht haben: Text, Kunst im weiteren Sinn, Skizze, Spiel, Humor, Musisches, Historisches, Theater. Sie können handeln von allgemeinen, auch aktuellen Themen, von der Psychoanalyse oder von Psychoanalytikern. 
Es kann sich um angewandte Psychoanalyse oder um psychoanalytische Ideen, Blitzlichter und Verdunklungen in Feldern neben der Psychoanalyse oder Nebenfeldern der Psychoanalyse handeln, mit klinischen, narrativen, poetisch-künstlerischen Mitteln.
Der Preis will originelle psychoanalytische und kreativ-kulturelle Werkstücke anerkennen, weniger das psychoanalytische Denken (i.e.S.) über Kultur(elles), wie es der Kulturpreis von DPV und DPG tut.
Ausdrücklich wird auch zur Einreichung von Unfertigem ermuntert - die "Skizze", die zum Weiterdenken, zum Wechselseitigen auffordert, entspricht der Psychoanalyse oft eher als das fertige Werk.  

III Ursprung und Vermittlung der Idee

Die Skizze in Bild und Wort ist Prinzip und  Form der Gestaltung auch in der Psychoanalyse: das Vorläufige, Unfertige in der Entwicklung der Gedanken, allein und im Dialog, ebenso wie in der Deutung: sie fördert das kreative Finden von eigenen Lösungen in Klinik und Forschung, und in der Weiterentwicklung der Psychoanalyse.
Das Potential zu dieser Kunst haben viele, aber nicht viele nehmen es ernst. Kunst wird um so seltener im eigenen Selbst erfahren, als sie im Außen bewundert, "verstanden", interpretiert wird. Wir tun uns nicht leicht, die Welt zuerst mit unserer menschlichen, sinnlichen, kulturellen Erfahrung zu erfassen und dann erst als Psychoanalytiker zu verstehen, zu ordnen.
Mit einem dr hasenbaer Preis sollen Arbeiten gewürdigt werden, in denen die Erkundung von psychoanalytischen, kulturellen, anthropologischen Gebieten, auch randständigen,  betrieben wird, Arbeiten, die durch Originalität, künstlerische Erfindung, Humor, erzählerische Kraft, Ästhetik, Queres auffallen, und so zur Inspiration und Freude an der Arbeit in diesem Beruf beitragen.
Der Preis soll kreative Spielräume der Psychoanalyse  in Klinik, Organisation, Kultur und Gesellschaft öffnen durch kulturelle Kreativität. Und es darf Freude machen....
Er soll das Potential zwischen psychoanalytischer Theorie und Erfahrung einerseits, Kunst andererseits, zwischen Orthodoxie und Dissidenz, Reaktion und Reform, konservativer Bewahrung  und innovativem "Chaos" mobilisieren. Dementsprechend ist die Formensprache der Publikations- und Präsentationsmöglichkeiten frei.  
Der dr hasenbaer-Preis ist als eine sinnlich-künstlerische Ergänzung zum DPV/DPG-Kulturpreis gedacht. 

IV Ansprechpartner und Fristen

Bewerbungen und Vorschläge sollen an den Vorstand der Stiftung der DPV gerichtet werden. Sie können bis zum 15. März 2012 zusammen mit den Werkstücken eingereicht werden. Die Verleihung des Preises wird im Rahmen der Frühjahrstagung der DPV (16. – 19. Mai 2012) in Berlin erfolgen.

Georg Bruns   |   Heribert Blaß   |   Dorothee v. Tippelskirch-Eissing